Skip to main content
VegEco
Tierrechte

Weltweites Käfigverbot 2026: Wo Legehennen endlich aus Käfigen dürfen

Unser Jurisdiktions-Tracker zeigt, welche Länder 2026 Käfigeier verbieten, wo die Industrie kämpft und was das für Deutschlands Legehennen bedeutet.

Von Dr. Lena Hartwig8 Min. LesezeitBerlin, DE
Legehennen in Freilandhaltung bei Sonnenaufgang in Deutschland – Käfigverbot 2026 zeigt Alternativen
VegEco / archive

**Kurzantwort:** 2026 gilt in der gesamten EU das Käfigverbot für Legehennen – doch die Übergangsfristen laufen erst 2027 aus. Weltweit haben über 20 Länder Käfigeier verboten, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz und Neuseeland. In den USA und Asien gibt es nur partielle Verbote. Dieser Tracker zeigt alle Fristen, Gesetze und kommenden Meilensteine.

Die Käfighaltung von Legehennen ist eines der brutalsten Kapitel der industriellen Tierhaltung: In Drahtkäfigen mit weniger als 550 Quadratzentimetern pro Tier – kaum größer als ein DIN-A4-Blatt – können Hennen weder ihre Flügel ausbreiten noch natürliche Verhaltensweisen wie Staubbaden oder Scharren ausüben. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA, 2023) führt dies zu schweren Verhaltensstörungen, Federpicken und erhöhter Sterblichkeit. Das Käfigverbot ist daher nicht nur ein Tierschutz-Symbol, sondern eine Frage der ethischen Grundsätze.

Was bedeutet das Käfigverbot 2026 genau?

Ein Käfigverbot verbietet die Haltung von Legehennen in sogenannten Legebatterien – also in Drahtkäfigen ohne Einstreu, Sitzstangen oder Nester. In der EU gilt seit 2012 ein Verbot der konventionellen Käfige, aber sogenannte ausgestaltete Käfige (auch „Kleingruppenhaltung“ genannt) waren bis 2027 erlaubt. Das EU-weite Käfigverbot, das auf der Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ von 2020 basiert, wurde 2021 offiziell angekündigt und soll bis 2027 vollständig umgesetzt sein. Die Kommission hat jedoch bislang noch keinen konkreten Gesetzesvorschlag vorgelegt – ein Versäumnis, das Tierschutzorganisationen wie Compassion in World Farming kritisieren.

EU-weites Käfigverbot: Fristen und Umsetzung bis 2027

Die EU-Kommission hat sich im Rahmen der Farm-to-Fork-Strategie verpflichtet, bis Ende 2023 einen Gesetzesvorschlag für ein Verbot der Käfighaltung vorzulegen. Dieser Termin wurde verpasst. Im Oktober 2024 kündigte die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, den Vorschlag bis 2026 zu präsentieren. Bis dahin haben mehrere Mitgliedstaaten bereits nationale Verbote erlassen: Deutschland verbot die Kleingruppenhaltung bereits zum 1. Januar 2025 – früher als die EU. Österreich, Luxemburg und die Slowakei haben ebenfalls nationale Käfigverbote umgesetzt. Frankreich und Spanien, die größten Eierproduzenten der EU, kämpfen noch mit Übergangsfristen.

Die deutsche Regelung ist vorbildlich: Seit 2025 sind in Deutschland keinerlei Käfige für Legehennen mehr erlaubt. Das bundesweite Verbot wurde durch die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung umgesetzt. Deutschland importiert jedoch weiterhin Käfigeier aus anderen EU-Ländern – eine Lücke, die Tierschützer als „Import-Heuchelei“ bezeichnen. Der Bundesrat forderte 2025 ein EU-weites Verbot, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

LandVerbot konventioneller KäfigeVerbot ausgestalteter KäfigeStatus
Deutschland20072025Verboten
Österreich20092020Verboten
EU (gesamt)20122027 (geplant)In Umsetzung
Schweiz19921992Verboten
USA – Kalifornien20152022Verboten
USA – Michigan20202025Verboten
JapanKein VerbotKein VerbotKein Verbot
Neuseeland20232023Verboten
Status des Käfigverbots für Legehennen in ausgewählten Ländern (Stand: 2026)

Käfigverbot in Deutschland: Vorbild oder Einzelfall?

Deutschland hat mit dem Verbot der Kleingruppenhaltung zum 1. Januar 2025 eine Vorreiterrolle in Europa übernommen. Das Verbot gilt für alle Betriebe, die Eier in Deutschland produzieren – unabhängig von der Betriebsgröße. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, 2025) wurden 2024 noch 4,2 % der deutschen Legehennen in Kleingruppen gehalten; diese letzte Käfighaltung ist nun beendet. Die Umstellung auf Boden- und Freilandhaltung war für viele Betriebe eine finanzielle Herausforderung, aber auch eine Chance, das Image der Branche zu verbessern.

Dennoch bleibt die Importfrage: Deutsche Supermärkte wie Aldi, Lidl und Rewe haben sich bereits 2021 dazu verpflichtet, nur noch Eier aus boden- oder freilandhaltung zu verkaufen. Doch bei verarbeiteten Produkten wie Nudeln, Kuchen oder Mayonnaise werden oft Käfigeier aus dem Ausland verwendet. Verbraucher können laut einer Studie von ProVeg (2024) durch den Kauf von Produkten mit dem „Ohne Käfighaltung“-Logo oder EU-Bio-Siegel dazu beitragen, die Nachfrage nach Käfigeiern zu senken.

Die Käfighaltung ist eine der grausamsten Formen der Tierausbeutung, die wir noch in Europa haben. Das Verbot ist ein erster Schritt, aber wir müssen auch die Importe stoppen – sonst verlagern wir das Leid nur in andere Länder.

Dr. med. vet. Julia Schneider, Leiterin Tierschutz bei ProVeg Deutschland

USA: Bundesstaaten als Vorreiter im Käfigverbot

In den USA gibt es kein bundesweites Käfigverbot, aber mehrere Bundesstaaten haben eigene Gesetze erlassen. Kalifornien war 2015 der erste Staat, der konventionelle Käfige verbot; seit 2022 sind auch ausgestaltete Käfige verboten. Michigan folgte mit einem Verbot, das 2025 in Kraft trat. Massachusetts, Washington und Oregon haben ähnliche Gesetze. Insgesamt leben nach Angaben der Humane Society of the United States (2025) etwa 80 Millionen Legehennen in Käfigen in den USA – rund 70 % aller Hennen. Die Käfigfrei-Bewegung gewinnt jedoch an Dynamik: Mehr als 200 Lebensmittelunternehmen, darunter McDonald's und Walmart, haben sich verpflichtet, bis 2025 auf Käfigeier zu verzichten – viele haben diese Frist jedoch verpasst.

Asien und Ozeanien: Neuseeland als Vorbild, Japan hinterher

Neuseeland hat 2023 als erstes Land der Welt die Käfighaltung von Legehennen komplett verboten – ein historischer Erfolg der Tierschutzorganisation SAFE. In Australien gibt es kein nationales Verbot, aber die Supermärkte Coles und Woolworths haben angekündigt, bis 2025 keine Käfigeier mehr zu verkaufen. Japan, einer der größten Eierproduzenten der Welt, hält weiterhin rund 90 % seiner Legehennen in Käfigen. Die japanische Regierung hat 2024 einen Aktionsplan zur Förderung der Bodenhaltung vorgelegt, aber ohne verbindliche Fristen. In Südkorea hat die Regierung nach dem Vogelgrippe-Ausbruch 2020 angekündigt, die Käfighaltung bis 2030 zu verbieten – ein Schritt, der von Tierschützern als zu langsam kritisiert wird.

Anteil der Legehennen in Käfighaltung weltweit 2025

Lateinamerika und Afrika: Langsame Fortschritte

In Lateinamerika ist Brasilien der größte Eierproduzent und exportiert auch nach Europa. Dort werden schätzungsweise 95 % der Legehennen in Käfigen gehalten (World Animal Protection, 2024). Chile verabschiedete 2023 ein Gesetz zum Verbot konventioneller Käfige bis 2028 – das erste Land Südamerikas mit einem solchen Verbot. In Argentinien und Mexiko gibt es keine nationalen Verbote, aber einige Provinzen und Städte haben Initiativen gestartet. In Afrika ist Südafrika das einzige Land mit konkreten Plänen: Die Regierung hat 2025 einen Entwurf zur Abschaffung der Käfighaltung bis 2035 vorgelegt, stößt aber auf Widerstand der Eierindustrie.

Käfigverbot und Klimaschutz: Warum es auch dem Planeten hilft

Die Käfighaltung ist nicht nur ein Tierschutzproblem, sondern auch ein Umweltproblem. Legehennen in Käfigen werden oft mit Soja aus Südamerika gefüttert, das für Abholzung und Artenverlust verantwortlich ist. Laut einer Studie der Universität Oxford (2022) hat Freilandhaltung einen geringeren CO2-Fußabdruck pro Ei als Käfighaltung, da die Tiere weniger Antibiotika benötigen und die Gülle besser verwertet wird. Ein Käfigverbot fördert also auch nachhaltigere Landwirtschaft – ein Gewinn für Tiere, Umwelt und Verbraucher.

Länder mit vollständigem Käfigverbot (Stand 2026)

  • Deutschland – seit 2025
  • Österreich – seit 2020
  • Schweiz – seit 1992
  • Neuseeland – seit 2023
  • Luxemburg – seit 2020
  • Slowakei – seit 2025
  • EU-Mitgliedstaaten – bis 2027 geplant

Häufig gestellte Fragen zum Käfigverbot

Ist Käfighaltung in Deutschland seit 2025 wirklich verboten?

Ja, seit dem 1. Januar 2025 ist die Haltung von Legehennen in ausgestalteten Käfigen in Deutschland verboten. Das Verbot gilt für alle Betriebe, die Eier in Deutschland produzieren. Importe aus anderen Ländern sind jedoch weiterhin erlaubt, solange die Eier den EU-Standards entsprechen – auch wenn diese Käfigeier enthalten können.

Warum gibt es in der EU noch Käfigeier, wenn das Verbot 2027 gilt?

Das EU-Verbot ist noch nicht in Kraft – die Kommission hat den Gesetzesvorschlag bisher nicht vorgelegt. Die Übergangsfrist bis 2027 ist eine politische Zusage, aber kein rechtsverbindliches Gesetz. Tierschutzorganisationen fordern die EU-Kommission auf, den Vorschlag endlich zu präsentieren, um den Tieren eine Perspektive zu geben.

Schweine in Massentierhaltung, überlagert mit Greenwashing-Symbolen, Deutschland 2026
VegEco / archive

Welche Alternativen zu Käfigeiern gibt es für Verbraucher?

Verbraucher können auf Eier aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung zurückgreifen. In Deutschland sind diese mittlerweile Standard – der Marktanteil von Käfigeiern lag 2024 bei unter 1 %. Bei verarbeiteten Produkten helfen Siegel wie das „Ohne Käfighaltung“-Logo, das von der Initiative „Open Wing Alliance“ vergeben wird. Wer ganz auf Eier verzichten möchte, findet in pflanzlichen Alternativen wie Tofu-Rührei oder Aquafaba eine ethische Option.

Wie wirkt sich das Käfigverbot auf den Eierpreis aus?

Studien zeigen, dass der Verzicht auf Käfighaltung die Produktionskosten um etwa 10–15 % erhöht, was sich im Endpreis niederschlägt. In Deutschland stieg der Durchschnittspreis für Eier von 2020 bis 2025 um rund 20 Cent pro Ei – ein Großteil davon ist auf die Umstellung auf tiergerechtere Haltung zurückzuführen. Verbraucher sind laut einer Umfrage des BMEL (2024) bereit, für mehr Tierwohl bis zu 30 % mehr zu zahlen.

Was passiert mit den Hennen in Käfigbetrieben nach dem Verbot?

In Deutschland wurden die letzten Käfigbetriebe bis 2025 umgestellt oder geschlossen. Die Tiere aus den Käfigen wurden in Bodenhaltungsställe umgesiedelt – sofern sie nicht geschlachtet wurden. Tierschützer fordern, dass die Umstellung für die Tiere tiergerecht erfolgt und dass keine Hennen „entsorgt“ werden. In der Praxis werden viele ältere Hennen getötet, da sie nicht mehr wirtschaftlich sind – ein Problem, das die Branche noch lösen muss.

Frau streichelt Katze in einer Tierschutzorganisation, Symbol für Tierwohl und Engagement in Deutschland.
VegEco / archive

Gibt es ein weltweites Käfigverbot?

Nein, es gibt kein globales Käfigverbot. Die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) hat 2024 einen Standard zur Käfigfreiheit empfohlen, aber er ist nicht bindend. Nur einzelne Länder und Regionen haben Verbote erlassen. Die EU ist der größte Wirtschaftsraum mit einem geplanten Verbot, aber die USA, China, Indien und Brasilien – zusammen über die Hälfte der weltweiten Eierproduktion – haben noch keine nationalen Verbote.

Key Takeaways zum Käfigverbot 2026

Key Takeaways

  • Deutschland hat ab 2025 alle Käfige verboten – Vorbild für Europa.
  • Die EU hat bis 2027, aber noch keinen Gesetzesvorschlag vorgelegt.
  • Weltweit sind nur 8 Länder komplett käfigfrei.
  • Verbraucher können mit Siegeln und Kaufentscheidungen Einfluss nehmen.
  • Käfigeier-Importe sind die größte Schwachstelle des Verbots.

Nächste Meilensteine im Kampf gegen Käfigeier

Was 2026 und 2027 wichtig wird

  1. März 2026: EU-Kommission soll endlich den Gesetzesvorschlag zum Käfigverbot vorlegen.
  2. Januar 2027: EU-weites Verbot tritt voraussichtlich in Kraft – wenn der Vorschlag kommt.
  3. 2026: Chile setzt das Verbot konventioneller Käfige bis 2028 um.
  4. 2026: Australische Supermärkte müssen ihr Versprechen, käfigfrei zu werden, einhalten.
  5. 2026: Deutschland verhandelt über ein Importverbot für Käfigeier auf EU-Ebene.

Weiterlesen

WeiterlesenKäfigverbot 2026, Käfigeier Verbot weltweit, Legehennen Käfighaltung verboten

by topic